Ihr Lieben, mit Schnee- oder Frostimpressionen kann ich leider nicht dienen und was können wir da in diesem Januar-Lockdown Besseres tun als virtuell verreisen - in Urlaubserinnerungen schwelgen.
Meine ersten Berichte unserer 14tägigen Bodenseereise liegen schon lange zurück, doch habe ich immer noch nicht alle Bilder gezeigt.
Auch dienen meine Posts als Rückschau und schnelles "Nachschlagewerk" für mich.
Und vielleicht kann ich mit euch so meine Begeisterung für diese Region teilen.
Wer zunächst einmal nachlesen möchte, wird in folgenden Posts mehr erfahren.
Ich schreibe einfach mal weiter anhand meiner Eintragungen im Reisetagebuch ... am 11.08.2018 stand unsere 4. Radtour mit unseren mitgereisten Rädern auf dem Plan. Es ging von Hagnau über Meersburg bis Überlingen und Sipplingen.
Überlingen hat mir ausgesprochen gut gefallen ... so ein charmantes Städtchen, welches mit einer schönen
Altstadt und einer langen See-Promenade aufwartet, die mediterranes Flair versprüht.
Überlingen liegt am Südhang des Überlinger Sees und ist auch die Namensgeberin des nordwestlichen Bodensee-Beckens.
Unseren Rädern gönnten wir eine Pause und schlenderten die Uferpromenade entlang. Durch die "zweite Reihe" ging es wieder zurück...
.... durch kleine, schmale Kopfsteinpflastergassen, in denen so manches hübsche Gebäude bestaunt werden konnte.
Weiter dann zum Zielort mit kurzer Trinkpause an einem Marienbrunnen, an dem wir unterwegs anhielten.
Angekommen - das moderne Pfahlhaus war der Endpunkt unserer Tour, natürlich gab es eine Stärkung in Form eines Kaffeegedecks bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Abendessen mit Balkonblick nahmen wir in unserer Ferienwohnung ein.
Diesen wunderbaren Ausblick kosteten wir so oft es ging aus...das Frühstück wurde eh jeden Morgen auf dem Balkon in der dritten Etage eingenommen, denn wir hatten die gesamte Urlaubszeit ein perfektes Wetterchen.
Abends dann hinunter zur proppenvollen Seebrücke von Hagnau, wo uns ein herrlicher Blick auf das Feuerwerkspektakel "Rhein in Flammen - von Konstanz bis Koblenz" erwartete.
Die musikalische Begleitung fehlte zwar, aber das tat dem imposanten Schauspiel keinen Abbruch. Die beleuchteten Schiffe, die sich vor Koblenz befanden, kann man auf den Bildern leider gar nicht erkennen.

Am nächsten Tag, dem 12.08.2018, sollte uns der Bodenseeschippper samt Rädern nach Konstanz bringen. Wir hatten im Vorfeld schon eine Stadtführung gebucht und diese war höchst interessant und aufschlussreich.
An Meersburg führte die Fahrt auf dem Wasser vorbei
bis wir Konstanz erreichten.
Links das Konstanzer Münster - die Kirche geht auf die Anfangszeit des Bischofssitzes um das Jahr 600
n. Chr. zurück und wurde im Jahr 780 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1414 bis 1418 fand in Konstanz das Konzil statt und somit die einzige Wahl des Papstes, die je in Deutschland durchgeführt wurde. Die Inthronisierung (Einführung des neuen Papstes in sein Amt) fand auf dem Vorplatz des Münsters statt.
Hafeneinfahrt von Konstanz - rechts das Wahrzeichen von Konstanz...die Imperia
aus der Nähe betrachtet. Ein anfänglich bei den Einwohnern sehr umstrittenes Wahrzeichen wie uns die Gästeführerin anschaulich berichtete.
Wiki meint:
Die Statue der Imperia erinnert satirisch an das Konzil von Konstanz (1414–1418). Sie zeigt eine üppige Kurtisane, der ein tiefes Dekolleté und ein Umhang, der nur von einem Gürtel notdürftig geschlossen wird, eindeutige erotische Ausstrahlung verleihen.
Auf ihren erhobenen Händen trägt sie zwei zwergenhafte nackte
Männlein. Der Mann in ihrer rechten Hand trägt auf seinem Haupt die Krone eines Königs und hält einen Reichsapfel in der Hand; die Figur in ihrer Linken trägt eine päpstliche Tiara
und sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen. Es ist nicht eindeutig,
ob die Figuren Porträts von den Machthabern zur Zeit des Konstanzer
Konzils, Kaiser Sigismund und Papst Martin V., darstellen, oder ob sie allgemein als Personifikationen die weltliche und die geistliche Macht repräsentieren sollen. Der Künstler selbst sieht sie als nackte Gaukler, die sich die Insignien der Macht widerrechtlich aufgesetzt haben.
„… Es handelt sich bei den Figuren der Imperia nicht um den Papst und
nicht um den Kaiser, sondern um Gaukler, die sich die Insignien der
weltlichen und geistlichen Macht angeeignet haben. Und inwieweit die
echten Päpste und Kaiser auch Gaukler waren, überlasse ich der
geschichtlichen Bildung der Betrachter. …“
– Peter Lenk im Interview mit Jasmin Hummel
Diese Figurenkonstellation erinnert an die angebliche Mätressenherrschaft, die der römischen Amtskirche von ihren heftigsten Kritikern zu manchen Zeiten vorgeworfen wurde. Auch das Patriarchat,
das über Jahrhunderte hinweg sowohl in der Politik wie in der Kirche
herrschte, wird aufs Korn genommen: Kaiser und Papst sind Spielball
ihrer eigenen Libido; die mächtigsten Männer werden von ihren niedersten Trieben beherrscht. Imperia, als Verkörperung der (körperlichen) Liebe, erscheint als die eigentlich mächtige Figur.
Auch des alten Märchenstoffs „Des Kaisers neue Kleider“ bedient sich das Kunstwerk: Der Kopfschmuck von Imperia ist eine Art Narrenkappe mit Schellen – Imperia nimmt also nicht nur die Rolle der intriganten Kurtisane ein, sondern auch die des Hofnarren, der das Spiel der Mächtigen durchschaut und auf die Schippe nimmt. Die Mächtigen, wenn sie ihrer würdigen Amtstracht beraubt werden, sind nur noch lächerliche Witzfiguren.

Weitere Stadtansichten - links oben der Kaiserbrunnen.
Vom Münsterturm unten links hat man einen guten Ausblick auf Konstanz und den Bodensee, leider waren wir nicht dort oben.
Rathaus mit Freskenmalerei
Leider war das nur ein kurzer Überblick für uns und ein erneuter Besuch steht bestimmt an, sollten wir noch einmal den Weg in den Süden zumn Bodensee finden.
Nach der Stadtführung fuhren wir auf eigene Faust durch Konstanz, da das empfohlene Rosgartenmuseum samt Café geschlossen hatte.
Am Rhein entlang mit Blick auf die Rheinbrücke rechts...
und durch den Stadtteil Niederburg und der schöne Tag endete, weil unsere Abfahrt bevorstand.
Vorbei an der Mainau... da folgt noch ein weiterer Post ... geht es auf dem Wasser zurück.
Ausgestiegen sind wir in Meersburg um mit dem Radel die ca. 4 km nach Hagnau zurückzulegen.
Dieser Teil 3 folgt auf den letzten, der im ersten Lockdown entstand. Also... passt weiter auf euch auf und bleibt schön gesund.
Wir haben heute ein wenig Sonne genossen... leider waren wir nicht die einzigen mit der Idee, das Venner Moor anzusteuern.
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Bis dahin - eine relaxte Zeit, Marita