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Montag, 11. November 2019

Martini - oder Martinstag

Heute ist der Tag des Hl. Martin und sicher gibt es auch in eurer Gegend den Brauch des Martinsumzugs, wenn an diesem Tag die Kinder in Begleitung der Erwachsenen mit ihren selbstgebastelten Laternen durch die dunklen Straßen ziehen. Dabei werden dann die Martinslieder angestimmt. Gefühlte Ewigkeiten ist das für mich schon her, dass zudem St. Martin hoch zu Ross vorneweg ritt. Die gespielte Szene der Teilung seines Mantels mit dem frierenden Bettler erinnert an den Schutzpatron der Armen, der durch seine Nächstenliebe in Erscheinung trat.

Aber woher kommt die Tradition der Martinsgans?
Als sich der heilige Martin versteckte, um nicht zum Bischof geweiht zu werden, verriet ihn der Legende nach das Geschnatter von Gänsen. Aus diesem Grund gilt die Gans als eines seiner Heiligenattribute und es hat sich der Brauch entwickelt an diesem Tag ein Gänseessen zu veranstalten.


Allerdings wird der Brauch der Martinsgans auch damit in Verbindung gebracht, dass die Geistlichkeit ihre Zinsen an Hühnern und Gänsen an diesem Tag empfing. Ebenfalls wechselten am Ende des bäuerlichen Jahres auch oft die Mägde und Knechte ihre Arbeitsstellen und wurden von ihren Gutsherren meistens mit einer Gans zum Abschied beschenkt. Schließlich kamen als letztem Festmahl vor der langen vorweihnachtlichen 40-tägigen Fastenzeit, die früher nach Sankt Martin begann, in vielen Familien die schlachtreifen Gänse auf den Tisch.

Die Bäckerei im Nachbarort backt süße Martinsgänse, die wir heute Nachmittag zum Kaffee oder Tee genießen. Links steht die Gipsgans mit dem scharfen Chillisträußchen, doch daran werden wir uns nicht versuchen. ;-) 
Mögt ihr auch ein Stückchen vom leckeren Mürbeteig oder lieber ein Dinkel-Vollkornplätzchen?

Und was macht ihr heute Abend? Gibt es bei euch auch den Brauch und es geht mit Kindern oder Enkelkindern auf den Laternenumzug?
Dann habt einen netten Abend und erfreut euch am Leuchten der Kinderaugen.

Und mit dem humorigen Gedicht von Heinz Erhardt wünsche ich euch eine gute Woche. 

Die Gans erwacht im grauen Forst
erstaunt in einem Adlerhorst.
Sie blickt sich um und denkt betroffen,
mein lieber Schwan, war ich besoffen.
:-)))

Bis dahin - Marita