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Montag, 15. August 2022

Von Emden und Greetsiel on bike und ein wenig Borkum

Eindrücke unserer Stadtrundfahrt durch Emden mit dem Radel habe ich heute zunächst mal für euch.  
Links der Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt...aber auch viele Mühlen gibt es, die teilweise als Wohnraum oder z.B. auch als Kita genutzt werden.

Dat OTTO HUUS haben wir nicht besucht, lediglich von außen betrachtet, da es direkt in der Innenstadt am Delft gelegen ist. Es ist halb Museum, halb Shop und halb Ferienwohnung und natürlich Otto, dem berühmten Sohn der Stadt Emden gewidmet.

Wer kennt den bekannten Komiker und seine unnachahmlichen Ottifanten nicht...und auch als Ampelmännchen ist er dort verewigt.

Historisches Hafentor links am Ratsdelft

Die Delftspucker... es wird vom höher gelegenen Bürgersteig hinuntergespuckt auf den unten am Ratsdelft gelegenen grauen Gehweg. Zwei der drei ständig hier herumstehenden Herren frönen dieser Unsitte und es war schon lustig, die teils ahnungslosen Spaziergänger dahingehend zu beobachten. Diese Unart hat allerdings einen historischen Hintergrund.
 
Bis 1898 stand hinter dem eisernen Geländer eine lange Holzbank an der sich gerne vor allem ältere Männer nach ihrem Erwerbsleben und Stadtstreicher trafen. Diese verschwand allerdings mit dem Abriss der Rathausbrücke und der Errichtung der Delfttreppe. Dennoch blieb dieser Ort ein attraktiver Treffpunkt und man lehnte unter anderem am Geländer, spuckte im hohen Bogen in den Delft, denn man konsumierte damals gerne den in Ostfriesland in großen Mengen produzierten Kautabak oder auch Priem. Die mit dem Speichel vermischten Absonderungen wurden als braune Flüssigkeit ausgespuckt, ebenso wie der Tabak selbst, wenn er zu einem dickflüssigen Brei geworden war. Besonders unter Seeleuten war der Konsum von Kautabak sehr beliebt, denn auf den vielfach aus Holz gebauten Schiffen war Feuer grundsätzlich ein Problem u.a. auch beim Entzünden eines Streichholzes, das allerdings ohnehin bei Regenwetter nicht anging.

Ratsdelft vom Hafentor aus gesehen



Durch den schönen Stadtwald führten uns unsere Touren und auch über die zahlreichen Brücken wie oben im Stadtgebiet...
 
 
... und  wir starteten unsere Tagesradeltour am Samstag bis hinauf nach Greetsiel.
Den ersten Stopp legten wir an der Kirche in Suurhusen ein...sicher ist einigen von euch bekannt, dass es sich dabei um dem schiefsten Turm der Welt handelt und nicht einmal der Schiefe Turm von Pisa kann da mithalten! In der Gemeinde Hinte steht der Kirchturm von Suurhusen, der 27,37 Meter hoch ist und einen Überhang von 2,47 Metern besitzt. Das entspricht einer Neigung von 5,19 Grad. Die Neigung des schiefen Turms von Pisa beträgt nur 3,97 Grad. Somit gilt der schiefe Kirchturm von Suurhusen als der am stärksten geneigte Turm der Welt. 
Diese Tatsache wurde sogar im Guinness Buch der Weltrekorde festgehalten.





Dann hieß es  "Weiter geht's" und auf nach Greetsiel ...die zwei Mühlen begrüßten uns schon von Weitem. Der Küstenort ist bekannt für seinen Hafen mit den Fischrestaurants, den Fischerbooten und Backsteinhäusern aus dem 18. Jahrhundert.



Wir hatten ein Traumwetterchen und daher waren im Örtchen so viele Touris unterwegs, so dass ich keine gescheiten Bilder machen konnte.

Nach einem Mittagssnack in Form eines Fischbrötchens ging es für uns alle auch schon Richtung Pilsum zurück.

Der Leuchtturm von Pilsum mit Schlosspark ;-)) am Leuchtturm.

Unterwegs war zur Stärkung ;-) eine vorbestellte köstliche Kaffeetafel für uns gedeckt...

...und obwohl wir die Rad up Pad-Route nicht fuhren, kamen wir am Samstag auf knappe 60km. 
Mit einer großen Radler-Truppe ist das schon recht ordentlich.

Die Bilder von unserer Tagestour nach Borkum am nächsten Tag reiche ich noch hinterher...mit dem Radel ging es vom Hotel in Emden zum dortigen Anleger und dann auf den Katamaran...

...hinüber zur Insel. 
Noch konnten wir die Überfahrt an Deck bei trockenem Wetter genießen, doch auf Borkum angekommen, setzte der angekündigte Regen ein, der den ganzen Tag auch anhalten sollte.
Da war es leider nix mit unserer Insel-Radeltour - die reservierten Fahrräder konnten wir stornieren und eine Inselrundtour mit dem Bus buchen.
Leider machte es keinen Spaß, die verregneten Impressionen einzufangen.

Ein besonderes Highlight an diesem Tag war der Besuch des Café Kluntje in welchem wir auch schon erwartet wurden. So köstlicher Kuchen an der Kuchentheke, da fiel uns allen die Auswahl schwer. In solch einem charmanten Ambiente bei aufmerksamer und freundlicher Bedienung, ja da konnte sich jeder nur wohlfühlen. Und die Torten- bzw. Kuchenstücke waren ansehnlich groß und einfach nur lecker.
Also eine absolute Empfehlung, wenn ihr mal auf der Insel weilt. Werbung aus Überzeugung und alles selbst bezahlt.



Eine Köstlichkeit... die Friesentorte

Gut gestärkt konnten wir den Ausfall des Katamarans dann auch verkraften und die Münsterland-Fähre brachte uns in den niederländischen Hafen Eemshaven und von dort wurden wir mit dem Bus über Leer zurück nach Emden gebracht.

Der Borkumtag verlief total anders als geplant und allein der Dauerregen ließ natürlich unsere geplante Radeltour nicht zu. Aber alles in allem war auch dieser Tag erlebnisreich und die kleinen Hindernisse taten der guten Stimmung keinen Abbruch.

GsD hatte der Wettergott am Montag wieder reichlich Sonnenschein im Gepäck, welchen wir für unsere Grachtenfahrt so dringend benötigten.

Damit wünsche ich euch eine gute neue Woche...hier sind gerade drei !!! Tropfen nach Gewittergegrummel vom Himmel gefallen...ich hoffe, dass es am Donnerstag wirklich den vorhergesagten Niederschlag gibt.

Bis dahin - habt es fein, Marita