Am 1. Februar war das Wetter so fantastisch für einen Ausflug zu weiteren nächstgelegenen Windmühlen - unsere Ziel war zunächst die Ennigerloher Mühle etwa 30km von Zuhause entfernt.
Der Standort der Ennigerloher Windmühle hat eine lange
Geschichte. Bereits 1498 wurde auf dem sogenannten „Mühlengeist“
eine Mühle errichtet. Der Mühlenbauer Franz Wiek baute 1869 die
heutige Windmühle auf dem kleinen Wall, wo bereits mehrere
Vorgängerbauten ihren Platz hatten. Dabei wurde für das Mauerwerk
und den Mühlenturm mit seiner typisch runden Kegelform weißer,
gebrochener Kalkstein verwendet.
Noch heute ist die Mühlentechnik
weitestgehend erhalten. Lediglich die Mahlgänge und die
Zwischenböden fehlen. Während das Mauerwerk der Mühle tadellos
erhalten war, sah es im Inneren schlecht aus. Durch marode tragende
Balken und statische Schäden an der Durchfahrt bestand akute
Einsturzgefahr. Auch die Elektrik wies erhebliche Mängel auf. Da
die Windmühle Ennigerloh eine städtebauliche und
landschaftsprägende Bedeutung hat und zugleich das Wahrzeichen der
Gemeinde ist, unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz
verschiedene Restaurierungsmaßnahmen.
Quelle
Blick vom Backhaus auf die Windmühle
Bei der Ennigerloher Mühle handelt es sich um eine Wall-Holländermühle.
Eine
Wall-Holländermühle (auch Bergholländer) ist ein Windmühlentyp, bei dem der steinerne Unterbau auf einem künstlichen Erdwall errichtet ist.
Dieser Wall bringt das Windrad höher in den Wind und ermöglicht den
Zugang zu den Flügeln und der Kappe von der Galerie oder dem Wall aus.
Typisch sind ein gemauerter Sockel, oft mit Durchfahrt, und eine
drehbare Kappe....erläutert die KI
Dieser bemooste Mühlstein hat schon ein längeres Böschungsleben hinter sich.
Über den nächsten mit Semps bestückten bzw. bewachsenen Mühlstein geschaut...
...auf das historische Backhaus auf dem Mühlenanger direkt gegenüber der Windmühle.
Dort wird regelmäßig jeden 3. Samstag im Monat von März bis November gebacken und zu Sonderterminen ebenfalls.
Altes Fachwerk, historische Klinker- und Deelensteine, Hohlpfannen
und alters Eichenholz – nach alter Handwerksart 2023 gebaut...hier ist die Enstehungsgeschichte nachzulesen.
Ennigerloh im Kreis Warendorf gelegen entwickelte sich von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zur "Drubbelstadt" mit starker Zementindustrie. Nach den ersten urkundlichen Erwähnungen 860 und dem Bahnbau 1847 wandelte sich der Ort durch den Kalkabbau zur modernen Kleinstadt, die heute mit den eingemeindeten Ortsteilen Enniger, Ostenfelde und Westkirchen etwas über 20.000 Einwohner zählt.
Hier ein Blick auf unserem Weg Richtung Innenstadt auf das ehemalige Anneliese Zementwerke AG und heutige HeidelbergCement AG.
Im recht überschaubaren Ortskern angekommen erblickten wir die ersten Fachwerkhäuser. Hier soll man gut speisen können...jedenfalls duftete es am geöffneten Fenster schon sehr gut.
Der Blick auf den Drubbel, eine historische ländliche Siedlungsform um 1700.
Ein Drubbel umfasst zwischen drei und 15 Gehöfte mit ihren zahlreichen Nebengebäuden in lockerer Anordnung und bildet oft den Siedlungskern einer Streusiedlung. Der Begriff ist vor allem in Westfalen gebräuchlich, wo er auch als Straßenbezeichnung in der Altstadt von Münster, nördlich des Prinzipalmarktes, verwendet wird, in der Recklinghäuser Altstadt als Drübbelken usw.
Hubertusdenkmal von 1906
Freistuhl Femegericht - ein Femegericht war ein meist im späten Mittelalter (vor allem 14./15. Jahrhundert) tätiges Sondergericht, das außerhalb der staatlichen Gerichtsbarkeit agierte. Diese nicht öffentlichen Laiengerichte waren oft in Westfalen verbreitet.
Erinnerungstafel und ...
die 1,60 m hohe Drubbelstele aus Kalksandstein - sie trägt die gleiche Inschrift wie der Femebrunnen am kleinen Drubbelhaus....
...entdeckt ihr es???
Kneipenschild ;-))
Activity-Stop für die Kleinen auf dem Spaziergang
"Alte Brennerei Schwake" wurde in den 1980er Jahren für seine heutige Bestimmung umgebaut. Es ist eine ehemalige Schnapsbrennerei, in deren Gebäude sich nun 2 Kinos, ein Kultur- und Begegnungszentum sowie Kleinkunstbühne befinden. Außerdem fungiert sie auch als Ausstellungsraum.
Wunderschön erhaltenes Fachwerkhaus
Nach dem Rundgang durch Ennigerloh fuhren wir nach Westkirchen, einem Ortsteil von Ennigerloh, denn dort hatte ich vor Jahrzehnten in dieser Windmühle eine Weihnachtsfeier im großen Kollegenkreis. Ganz ehrlich, nach vierzig Jahren und mehr habe ich die Gegend nicht wiedererkannt, da rund um die Mühle nun alles bebaut ist.
Hier könnt ihr die Geschichte der 1810 in Betrieb genommenen Westkirchener Mühle vom Typ "Galerieholländer" nachlesen. Weshalb sie sich nun ohne Flügel zeigt weiß ich leider nicht.
Die verwitterte Motivkugel oben auf den Bild mal aus der Nähe rundherum betrachtet.
Und hier nun der zweite Stromkasten mit einem Gemälde der Westkirchener Windmühle.
Zum Schluss noch ein Blick auf Haus Dieck, das als Gutshof zum ersten Mal im Jahr 1276 erwähnt wurde. Der damalige Besitzer Conrad de Dieke gab der Wasserburg auch seinen Namen. Haus Dieck war im späten Mittelalter eine viereckige Burganlage mit 9m breiter Gräfte und damit zählt das Haus zu einer der vielen Wasserburgen im Münsterland.
Das barocke Herrenhaus mit dem davor liegenden Torhaus befindet sich in Privatbesitz.
Das war mein Monatsspaziergang und nun bin ich gespannt wohin euch eure Wege im Februar geführt haben. Am 1. März geht mein Beitrag als Jahresprojekt auch zu Andrea/dieZitronenfalterin, auf deren Blog sich jeden Monat alle Projekte versammeln.
Wünsche euch einen netten Karnevalssonntag und morgen einen bunten Rosenmontag.
Einen lieben Gruß von Marita
Wen es interessiert:
meine bisherigen Windmühlenbesuche im Rahmen des Jahresprojekts
Wegen Verlinkung ist dieser Post als Werbung zu kennzeichnen.
Das war ein interessanter Spaziergang, liebe Marita.
AntwortenLöschenWindmühlen finde ich faszinierend. Schön ist auch, dass das Backhaus noch genutzt wird.
Liebe Grüße von
Heike
Wunderschön dein Monatsspaziergang mit zu erleben, tolle und interessante Fotos und Erklärungen dazu! Ich liebe diese alten Mühlenund auch ihr Fachhäuser!Danke für das teilen!
AntwortenLöschenHab eine schöne Karnevalszeit!
Lieben Gruss Elke
Servus Marita, danke für diese Reise! Ich kenne diese Gegend überhaupt nicht. Danke fürs zeigen und alles gute aus Wien
AntwortenLöschenOh, das ist aber ein wunderschönes Dorf. Ich mag alte Windmühlen, aber in unserer Nähe gibt es nur im Freilichtmuseum Hessenpark zwei zu sehen. In den Hessenpark will ich in diesem Jahr auch mal wieder. 2025 habe ich das kein einziges Mal geschafft.
AntwortenLöschenIch wünsche dir einen angenehmen Sonntag.
Herzliche Grüße – Elke
Danke für deine hübschen Entdeckungen in Sachen Stromkasten, liebe Marita. Toll wie sie sich im Ortskern einfügen. Hübsche , sonnige Fotos hast du mitgebracht. Herzlichst Kirsten💜
AntwortenLöschenDas sind wunderschöne Bilder, liebe Marita. Ich liebe Windmühlen und auch Fachwerkhäuser.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Jutta
Jetzt habe ich endlich mal auch optisch einen Eindruck von Ennigerloh, ein Ort, mit dem mich die Bekanntschaft mit einem sehr lieben Menschen aus meiner Kindermodenzeit verbindet. Was für ein malerischer Ort! Und diese Mühle ist ja erste Sahne!
AntwortenLöschenEine gute neue Woche!
Astrid
Was für herrliches Wetter für einen schönen Spaziergang liebe Marita.
AntwortenLöschenIn Ennigerloh wohnt eine Bekannte von mir, zweimal war ich bisher dort, aber die schönen Fachwerkhäuser habe ich noch nicht entdeckt.
Danke für den schönen Spaziergang, lieben Gruß
Nicole
Hallo Marita,
AntwortenLöschendein Ausflug zu den Windmühlen hat mich in eine ganz andere Welt geweht. Windmühlen gibt es hier leider nicht mehr zu besichtigen. Um so schöner finde ich es, dass du so viele interessante Details für uns hast. Ja und natürlich viele schöne Bilder.
Liebe Grüße Anette
Das ist toll liebe Marita !! So klasse dieser Ausflug mit all den besonderen Fachwerkhäusern und Deinen Erklärungen. Diese Motivkugeln sind ganz besonders und gefallen mir total gut. Ich war gerne mit Dir unterwegs dort oben wo ich glaube ich noch nie war...!!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Kerstin und Helga
ein ganz wunderbarer ausflug, den ich auch gerne mitgemacht hätte. die tolle mühle, der hübsche kleine drubbel-ort (den begriff kannte ich gar nicht) mit den netten fachwerkhäusern und liebevollen details, die stromkästen und die alte wasserburg hätten mich auch begeistert.
AntwortenLöschendanke fürs mitnehmen und liebe grüße von mano
Liebe Marita,
AntwortenLöschendas war wieder ein interessanter Mühlenbeitrag. Was mir besonders gefällt, ist die Tatsache, dass die Mühle Ennigerloh zum Glück nicht dem Verfall überlassen wurde. Insgesamt ein rundum schöner Spaziergang mit schönen Ortsansichten.
Liebe Grüße von Marianne
Ich mag ja diese großen Gutshaus mit den großen Toren und den Tennen dahinter. Und Windmühlen aller Art sowieso. Besonders schön, dass es noch ein dazugehöriges, funktionierendes und vor allem genutztes Backhaus existiert.
AntwortenLöschenFemengerichte gab es oft, da die eigentlichen Rechtsprecher viel zu weit auseinander lagen. Eine wunderbare geschichtliche Wanderung, Dankeschön.
Liebe Grüße
Nina
Noch mehr Mühlen zum Monatsspaziergang, sehr schön. Ich freue mich, dass wir dieses Jahr wohl noch so einige Mühlen zu sehen bekommen. Und wieder sind es ganz besondere Exemplare. Die verwitterte Kugel gefällt mir jedoch auch. Und die Fachwerkgebäude und Herrenhäuser. Und vor allem gefällt mir der Begriff Drubbel :)
AntwortenLöschenLiebe Grüße, heike
Was für ein schöner und so informativer Rundgang, liebe Marita. Von Windmühlen bin ich auch immer wieder total fasziniert.
AntwortenLöschenHerzliche Grüße aus einem wieder verschneiten Königstein
von Anke
Solche Mühlen sind für mich Baukunst pur...schaue ich mir unheimlich gern an. LG Romy
AntwortenLöschenLiebe Marita,
AntwortenLöschenFachwerkhäuser liebe ich und Windmühlen sowieso! Danke fürs Mitnehmen durch diese schöne Stadt und für die vielen interessanten Informationen. Die Stromkästen sind toll bemalt und man erkennt sie gar nicht als solche.
Liebe Drosselgartengrüße von Traudi.☘️
Ein sehr interessanter und informativer Spaziergang. Es gibt so viel im eigenen Land zu entdecken, man braucht gar nicht in die Ferne schweifen!
AntwortenLöschenViele Grüße von Margit
Da habt Ihr ja bestes Wetter für einen wunderbaren Ausflug genutzt. Und wieder gleich zwei Mühlen!
AntwortenLöschenDie in Westkirchen sollte eigentlich im Zuge der Sanierung ihre Flügel wiederbekommen. Vielleicht in diesem Jahr?
Danke für's Mitnehmen!
Elke
Die Mühlen sind wirklich eine Pracht! Es ist so eine Freude, die gut erhaltenen Mühlen und Fachwerkhäuser zu betrachten. "Drubbel" als Siedlungsform ist eine herrlich bildlicher Begriff (für mich als geborene Westfalin zumindest...)
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Andrea