Sonntag, 28. Januar 2018

Erinnerungen...

...hat Astrid mit ihrem Post über Kinderspielzeug geweckt. Ich war daher vor Tagen in meinem Elternhaus und hatte unser kleines Krameckchen nach alten Spielsachen durchsucht...und die Erinnerungen kamen. Außerdem mal wieder in meinem Fotoalbum geblättert...seufz...lang, lang ist's her.
Zunächst stell ich euch meine Dorothea vor, die ich im Alter von 5 Jahren zu Weihnachten bekam. Hier sitzt sie frisch herausgeputzt mit meinem liebsten Cockie von Stei** auf dem Sofa.

Die beiden halte ich immer noch in Ehren, frau weiß ja nie, ob sie nochmal intensiver bespielt werden. ;-)
Dorothea bekam ihren Namen nach meiner zuckersüßen, neugeborenen Cousine.

Natürlich hatte die Doro auch ihr eigenes Porzellan-Geschirr für ein Kaffeepläuschchen mit Freunden. Also heute reicht es nur noch für die Doro, denn so heftig bespielt ist doch einiges zu Bruch gegangen.

Die Doro hatte auch einen schönen grünen Kinderwagen, einen Laufstall und einen selbstgezimmerten Puppenkleiderschrank. Hier die Doro ausgehfein im Poncho mit ihren Freunden, die allerdings fast dreißig Jahre jünger sind. Die Waldorfpuppen meiner Jungs. Das Einkaufskörbchen und vor allem der kleine Boxer von Stei** bekam ich zur Geburt sind sogar noch älter als die Doro.

Na, und nicht nur mit der Doro wurde ausgiebigst gespielt...da gab es die Kinderpost,- ihr kennt sie vielleicht?...aber am größten war es, wenn ich mit meinem Opa in der Poststelle hinter die Kulissen schauen durfte. Er war Briefträger und wenn ich bei den Großeltern ein paar Tage verbrachte, nahm er mich gelegentlich mit. Das war eine tolle Sache.
Zu Besuch bei meiner anderen Oma durften wir in ihrem Hut- und Schirmladen mit meiner älteren Cousine ab und an "Kaufladen" spielen...aber dafür brauchten wir hinter der Theke ein entsprechendes Höckerchen, damit die Größe stimmte. ;-) Ein echter Kinderkaufladen blieb genauso wie später die Barbie ein unerfüllter Wunsch.

Dann gab es da noch die Puppenstube -
das Obergeschoss für mich als die Ältere und Größere der beiden Mädels,

das Erdgeschoss für meine jüngere Schwester.

Auch die war von meinen Eltern selbstgebaut und teils mit selbstgemachten Möbelstücken liebevoll eingerichtet. Und damit es vor dem Haus nicht zum Streit kam, kann man sie wie ihr seht in zwei Teile zerlegen. Da kannte man schon seine Mädels. ;-)

Gesellschaftsspiele oder auch Kartenspiele standen bei uns immer hoch im Kurs, so habe ich recht früh Doppelkopp, Canasta und Rommé gelernt, doch ne Runde Skat wurde bei uns zuhause nie gekloppt. Es gab da eine befreundete Familie und bei jedem Besuch wurden mindestens für nen Stündchen die Karten rausgeholt...die Erwachsenen spielten und die Kinder natürlich auch.
"Spitz pass auf" - kennt ihr das Spiel noch???...neeee, das war gar nicht meins und machte mich immer ganz hibbelig....  oder "Denkefix" war auch immer ein beliebtes Ratespiel sowie das alte abgegriffene Memory.

Vielleicht spielen meine erwachsenen Jungs deshalb auch heute noch ab und an, weil wir im Familienurlaub immer unsere Karten dabei hatten.

Bei den gesammelten Glanzbildern mochte ich den Glitzer so gern und es wurde aus der schön beklebten Plastikkiste getauscht, was nicht gefiel - auch später war das Briefmarkensammeln eine zeitlang "in" und so habe ich mein Album hier noch liegen, doch wirkliches Interesse genießt es schon ewig nicht mehr.
 An die Pixibücher kann ich mich noch erinnern oder später habe ich die Geschichten um Hanni und Nanni bzw. Dolly von Enid Blyton sehr geliebt. In der Jugendzeit fand ich die Karl-May-Geschichten so spannend und habe auch diese Bände gesammelt. Die Kisten damit gefüllt stehen noch im Elternhaus.


Draußen war ich ebenso gerne... mit den Kindern aus der Nachbarschaft auf der Straße spielen oder hinterm Haus auf einem riesigen unbebauten Gelände. Von dort wurden die Lehmkugeln mitgebracht und hinterm Ölofen getrocknet. Ganz besonders geliebt habe ich es, wenn meine Ma mir abends die Stulle über den Balkon in Hochparterre reichte und ich mit den anderen draußen weiterspielen durfte. Auch fuhren wir sonntags in die nähere Umgebung des Münsterlandes - Tecklenburger Land, Baumberge, Sauerland...da gab es einiges zu sehen und entdecken.

Im Alter von 9 Jahren zogen wir von der Stadt in den kleinen Ort meiner Großeltern und in der neuen Umgebung unseres Hauses gab es Weiden und Gräben zu hauf. Frosch- und Molchlaich beobachteten wir regelmäßig über die Entwicklungsstadien, wobei meine jüngere Schwester die aktivere war. Später hatten wir unsere Hamster - ich meinen Tobi - und auch eine rote Samtpfote namens Kitty. Die fühlte sich an einem Weihnachtsfest unter dem Baum so wohl, dass sie uns ein duftendes Geschenk darunter legte. ;-)) Auch den Stallkaninchen und Hühnern statteten wir bei meinen Großeltern gerne einen Besuch ab.

Meine Großeltern hatten einen großen Nutzgarten, der nicht direkt am Haus lag, und jede freie Zeit wurde darin verbracht. Da lernte ich die Anfänge des Gärtnerns, denn trotz des eigenen Häuschens mit ausreichend Grund gab es bei uns zu Hause nur einen Ziergarten...mit Nutzgarten hatte meine Ma nicht viel am Hut, naja...sie war auch berufstätig.
Ich liebte es Kartoffeln zu pflanzen und zu ernten, Früchte wobei ich um die Stachelbeeren einen großen Bogen machte und Böhnchen zu pflücken und statt Spinat lernte ich Melde kennen. Schön gemütlich wurde es, wenn der Picknickkorb ausgepackt und bei Carokaffee ein Päuschen eingelegt wurde. Aus den großen Regentonnen durfte ich die Schnittblumen wie Gladiolen, Astern und Strohblumen gießen...daran erinnere ich mich gerne zurück.

Und wenn ihr euch jetzt fragt, was haben die Erinnerungen mit einem Gartenblog zu tun, dann hab ich hier den Beweis. ;-))
Schon mit zweieinhalb Jahren hab ich mich für Grün interessiert...
hier beim Rasenmähen.


Diese Reise in die Vergangenheit hat mir große Freude bereitet...ich hoffe, ihr habt bis zum Schluss durchgehalten.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag - habt es fein.
Marita


Kommentare:

  1. Wie schön, das die Spielsachen so zahlreich erhalten sind! Ich hatte eine lange Zeit kein Interesse daran und meine Mutter kann ebenso gut aussortieren und verschenken, wie ich es mache. Da blieb nicht viel übrig. Nur ein großer Karton mit Aufschrift " Hier ruht Familie Stei.." fand sich noch im Keller meiner Eltern. Darin waren u.a. 2 Cockies, wie Du auch hast. Der Ältere der beiden trägt einen maßgeschneiderten Pullover. Er hat wegen starker Bespieltheit diverse Not-OPs mit Nadeln und Faden über sich ergehen lassen müssen ;-)
    Die Puppenstube ist ja toll! Ich hatte einen Krämerladen, von meinen Onkel selbst gemacht. Damit habe ich mich sehr gerne beschäftigt. Und die Oma hatte den Nutzgarten, wie bei Dir :-)
    Solch schöne Erinnerungen, liebe Marita, danke, das DU sie mit uns geteilt hast.
    Liebe Grüße
    Karen

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  2. Liebe Marita,
    welch schöner Bericht! Danke dafür! Toll, die Puppen der verschiedenen Generationen! So ein Körbchen hätte ich auch gerne gehabt, aber erst meine Tochter hat so eines bekommen. Das Puppenhaus so zu konstruieren war eine geniale Idee von deinem Vater! Die Liebe zur Kinderpost ist ja bei vielen zu lesen gewesen. Ich fand unseren Briefträger im Dorf auch toll ( noch heute weiß ich seinen Namen ) und stehe immer noch mit den Postboten auf gutem Fuß :-D
    "Das Spitz pass auf"- Spiel ist vor Kurzem zur Enkelin nach München gezogen. Das habe ich gemocht, denn da kam es auf mein eigenes Können an, und nicht aufs Zufallsglück.

    Hab einen schönen Sonntag!
    Astrid

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  3. ...immer wieder interessant, liebe Marita,
    die Erinnerungen der anderen zu lesen...manches gleicht sich und anderes ist wieder ganz anders...das teilbare Puppenhaus ist klasse...deine Doro gefällt mir auch gut und das Alter sieht man ihr nicht an...ist doch schön, ein paar einzelne Stücke zur Erinnerung aufzuheben...

    wünsche dir noch einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße Birgitt

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  4. Es ist schön, liebe Marita, sich immer mal wieder im Gespräch mit den Kindern oder mit Bekannten zu erinnern, wie es in unserer Kindheit war. Im Vergleich zu heute war sie recht bescheiden. Wir kannten ja nichts anderes und ich habe nicht den Eindruck, dass Kinder heute glücklicher sind. Mich hat die 2-Mädels-Puppenstube sehr berührt, die von Euren Eltern mit so viel Liebe eingerichtet wurde. Auch denke ich, dass es nicht schadet, wenn Kinder lernen, dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann (Barbie).
    Einen guten Start in die neue Woche und liebe Grüße
    Edith

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  5. schön in kindheitserinnerungen zu schwelgen... ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen hach das war eine wunderschöne Kindheit. Spielzeug brauchten wir kinder nicht wirklich denn von früh morgens bis spät abends war die freie wildbahn unser spielplatz.hach ja lang lang ists her..aber ich bin nach wie vor dankbar und glücklich ein dorfkind zu sein ;.)
    herzlichst AnnA

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  6. Liebe Marita
    Ach das Puppengeschirr und dein Puppenhaus sind ja ein Traum! Das würde mir heute auch noch gefallen.
    Liebe Grüsse und danke fürs teilen.
    Paula

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  7. Hallo Marita,
    das Püppchen kenne ich, das hatte die Tochter einer Freundin, die müßte auch in deinem Alter sein.

    Das Puppenhaus ist klasse und dass du Fotos davon hast, ist schon super.
    Das Melitta Kaffeegeschirr und der Filter dazu ist mir ebenso nicht unbekannt, das gab es bei mir noch nicht und ich hatte viel Spielzeug, eben anderes.

    Interessant ist es immer wieder, dass vieles doch so gleich ist.

    Ich schreibe morgen mein Spielzeug. Ich war aber auch eher draußen und
    viel auf der Gass.

    Lieben Gruß Eva

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  8. Das sind sehr schöne Erinnerungen! An die Kinderpost kann ich mich auch noch gut erinnern. Damals hatte die Post auch noch eine ganz andere Bedeutung, als heute. Mein Onkel war Briefträger und ich fand das auch immer sehr spannend. Meine Mutter hat übrigens immer kleine Leckereien mit einem Korb vom ersten Stock in unseren Hof hinuntergelassen. Dann konnten wir gleich wieder weiter spielen! Es wurde überhaupt viel gespielt...
    Viele Grüße von
    Margit

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  9. Du solltest mich jetzt sehen - mein Mund steht offen. Wieso hattest du die gleiche Puppe und das gleiche Körbchen wie ich? Die Puppe hab ich meiner Enkelin gegeben, alles mag ich nicht aufheben. Dabei bin ich sicher, sie haben sie schon entsorgt. Meine hatte keinen Namen, ich war eher der Auto und Hammertyp. ,)
    Diese Erinnerungen, wir werden alt. Erst gestern sprach ich mit meinem Mann darüber, wie anders heute alles ist und wie wenig Respekt die meisten vor Dingen haben. Alles wird ständig entsorgt und erneuert. Ich hänge an alten Sachen und weiß ihren Wert zu schätzen! Es wurde viel gespielt, wie Margit sagt, und weniger computert.

    Sigrun

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    1. PS: Beim zweiten Durchlauf erst sah ich das Melittaservice. Ich hab das auch! Staun.
      Aber erst im Erwachsenenalter gekauft, weil ich eine Filtersammlung habe.

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    2. Total interessant, Sigrun, welche Parallelen sich da auftun. Meine Schwester mit eineinhalb Jahren jünger hatte die gleiche Puppe nur in stehender Version...oft gab es bei uns dieselben Sachen, nur sie hat ihre Puppe auch nicht mehr. Beim Lesen des Berichts sind ihr gestern viele Erinnnerungen gekommen und mir im Nachhinein auch...ach, könnte jetzt noch weiter machen...Buden bauen mit Möbel und Decken war auch sehr beliebt. Wir hatten schon eine schöne Kindheit und ich hoffe, dass meine Jungs das auch von sich sagen können.
      Den heutigen Kids geht die Kreativität immer mehr abhanden, schade drum.
      Lieben Gruß, Marita

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    3. Wenn das jetzt meine Älteste gehört hätte! Das würde sie nicht stehen lassen. Aber du hast recht,viele können mit sich nichts mehr anfangen. Meine Kleinen sind sehr kreativ, aber ihnen wird ja auch alles an die Hand gegeben. Sie bauen keine Häuser aus Pappkartons und kleben die Tapeten mit Mehlpampe fest. Wir könnten uns zusammen mal ein Haus bauen? ;)

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Herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit für einen netten Kommentar genommen hast!!!